Mein persönliches Wissensmanagement (pWM)

Probst/Raub/Reinhardt haben in ihrem Buch „Wissen managen“ die mittlerweile klassischen Bausteine des Wissensmanagements (WM) differenziert; daran orientiert sich auch mein persönliches WM. Wissensidentifikation | Wissenserwerb | Wissensbewahrung | Wissens(ver)teilung | Wissensnutzung | Wissensentwicklung | Wissensziele | Wissensbewertung

 

_Wissensidentifikation_
Was weiß ich eigentlich bereits; wo sind tatsächlich wichtige Lücken in meinen Wissensbeständen? Um mir darüber Selbstauskunft zu geben, habe ich eine mittlerweile umfangreiche, d.h. detaillierte „Wissenslandkarte“ angelegt und seit Jahren gepflegt. Damit ich sie kontinuierlich fortschreiben kann, habe ich sie als Mind Map angelegt (MindManager). Ich trage ein, welchen Wissens ich mir bewust bin, vermerke den Grad der Aktualität durch einen Fortschrittsbalken und schreibe in verschiedenen Farben auch Wisse hinein, welches mir über Dritte oder Bücher verfügbar oder derzeit noch nicht verfügbar ist.

_Wissenserwerb_
Orientiert an der Wissenslandkarte und den Wissenszielen (s.u.) habe ich konkrete Pläne, welches Wissen ich in den nächsten Monaten aufnehmen möchte, auch in welcher Form. Alles was diesem Erwerb nützlich ist, Infos aus Zeitungen, Prospekte, Fachartikel wird – sobald das Thema terminiert ist – gesammelt: offline in Sammelmappen (Mappei), digital in MS OneNote und als Webadresse mit dem Firefox-AddOn ZOTERO. Daneben führe ich ein SCRAPbook als Notizensammler (Atoma-Ringbuch).

_Wissensbewahrung_
Im Kern ist dies bei mir die prozessorientierte Ablage aller Unterlagen, verteilt auf drei Systeme: papiergebunden (Mappei-Sammelmappen), digital (OneNote-Notizbücher), Webadressen (ZOTERO) und eMails (Outlook-Archivdateien). Wichtigste Gemeinsamkeit: alle haben die gleiche Sortierung und Verschlagwortung/Ordnerbenennung. Hier wird zuerst alles einem Vorgang bzw. Prozess zugeordnet. Was nicht hineinpasst sind lediglich Service-Informationen wie Adressen (cobra ADRESSplus) und ein Literaturkatalog (Citavi) ,sowie eine Reihe von Meetingbücher, die für Aufzeichnungen in Kooperationstreffen separat geführt werden (Atoma-Ringbücher). Zusätzlich leiste ich mir die Freiheit eines umfangreichen „Zettelkastens“ für zukünftig relevante Informationen in Form weiterer Mappen, die farblich anders gekennzeichnet sind, als die Prozessmappen.

_Wissens(ver-)teilung_
Dieser Punkt betrifft im Rahmen meines persönlichen Wissensmanagements in erster Linie die Kommunikation mit Kunden, KollegInnen und in öffenlichen Foren (wie hier). Selbstredend werden diese in OneNote konzipiert, ausformuliert und gesammelt. Dies erleichtert nicht nur die Archivierung, es verschafft mir auch eine vielseitige bzw. offene Ausgangsbasis für die Formate, in denen die Wissensteilung geschieht: ob es ein Vortrags- oder Telefon-Skript am Monitor, ein Handout für einen Workshop oder ein Beratungsbericht mit Graphiken und Tabellen werden wird, ob in PDF, PPT, oder als ODF ausgegeben wird – immer schon gibt es Rohstücke und Segmente in der strukturierten Sammlung der OneNote-Notizbücher.

_Wissensnutzung_
Im Feld persönlichen Wissensmanagements verstehe ich das Problem der Wissensnutzung als das der schnellen Verfügbarkeit von erfahrungsgesättigtem Wissen. Deshalb ist ein wichtiges Instrument meiner Arbeit eine Sammlung der meistgebrauchten Listen, Taellen, Workflows, etc. Sie werden als Texte in einem A5-Ringbuch (= „Leitplanken-Heft“) und als Graphiken/Mind Maps in einem A4-Ringbuch (= „Wissens-Atlas“) gesammelt. Daneben führe ich ein „Erfolgs- & Lern-Tagebuch“ um meine Erfahrungen festzuhalten. Was ich für Workshops und Trainings-Sequenzen häufiger einzusetzen gedenke, wird sehr schnell in der Modul-Datenbank der Seminarplanungs-Software PLANEASY eingetragen; somit stehen mir die wichtigsten und recht konstanten Wissensbestände zur Nutzung bereit.

_Wissensentwicklung_
Natürlich mache ich mir Gedanken, welches Wissen ich dringend oder mittelfristig brauche und in welche Pointierung mein Leistungsspektrum sich verändern wird. In Abhängigkeit von den Wissenszielen (s.u.) und in Kombination mit der Methode des Wissenserwerbs (s.o.) führe ich eine Liste über zu lernende Themen und Inhalte, ählich einer Change Request-/Action Request-Datei im Projektmanagement. Aus den Zielen abgeleitet gibt es zudem einen jährlich fortgeschriebenen Entwicklungsplan.

_Wissensziele_
Erst seit dem ich es regelmäßig mache, weiß ich, wie zäh der Kampf um die Formulierung von Wissenszielen sein kann. Mindestesn im Rahmen der Jahresplanung geht es uch um Wissenziele, die ich sofort nach deren Festlegung in meine Büro-Leitsoftware „meineZIELE“ als Aufgabenpläne ausarbeite. so kann ich die Erreichung der Ziele im Blick behalten.

_Wissensbewertung_
Im persönlichen Wissensmanagement ist dies ein sehr schwieriges Thema. Zum einen fallen Selbst- und Fremdwahrnehmung im schlimmsten Fall auseinander, zum anderen brauche ich angemessene Qualitätskriterien. Mir ist noch kein Königsweg bekannt; mein Behelf ist einerseits die Zielkontrolle mit den Informationen aus dem Programm „meineZIELE“, zum anderen ein schwaches Benchmarking durch den Vergleich meiner Wissensstrukturierung einiger Fachthemen mit den Inhaltsverzeichnissen der Standard-Literatur. Zum Dritten nutze ich die Gespräche auf Messen und Tagungen mit KollegInnen und PraktikerInnen über deren Kernwisssen und Wissensverknüpfungen zu den Trendthemen der Branche.

Wenn ich nun abschließend die eingesetzten Tools zusammentrage, bin ich überrascht über meine Begrenzung auf möglichst flexible, skalierbare und wenige – da hätte ich mich als umfangreicher ausgestattet eingeschätzt: | analog | Mappei-Mappen; Atoma-Ringbücher, bunte Stifte | digital | MS OneNote; meineZIELE; cobra AdressPLUS; MindManager; ZOTERO, Citavi
Dieser Blogpost wurde am 15.07.2007 auch als Beitrag in der XING-Gruppe “GfA – Gesellschaft für Arbeitsmethodik” eingestellt.

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